Fragen zum AMI

Fragen zum AMI: Was ist der Unterschied zwischen BMI und AMI?

Der Body Mass Index (BMI) stellt das Verhältnis der Körpermasse in kg zum Quadrat der Körpergröße in m2 dar, mit der Einheit kg/m2. Die Idee dazu stammt vom belgischen Mathematiker und Astronom Adolphe Quetelet. Er veröffentlichte 1870 eine Schrift mit Kennzahlen zur statistischen Beschreibung von Menschen. Mit dem Ernährungsstatus oder der Energiebilanz eines Menschen hatte dies nichts zu tun.

In den 1970-er Jahren entschied die WHO, den BMI zur groben Einteilung des Ernährungsstatus von Menschen zu benutzen. Aber: Niemand ist ein Quadrat! Das wusste schon Leonardo da Vinci.

Der Area Mass Index (AMI) verwendet die tatsächliche Oberfläche eines Menschen und nicht das Quadrat der Körpergröße. Energetisch gesehen sorgen Muskeln und innere Organe für die Erzeugung von Wärme, während über die Oberfläche laufend Wärme an die Umgebung abfließt.

Der AMI kennzeichnet also das Verhältnis von Wärmeerzeugung zur Wärmeabgabe und gestattet so eine zutreffende Beurteilung der Energiebilanz und des Ernährungsstatus eines Menschen.

Prinzip Haselmaus: Warum bleiben Untergewichtige eher schlank?

Untergewichtige haben eine größere spezifische Körperoberfläche (= mehr Oberfläche pro kg) und gleichzeitig weniger Unterhautfett als Übergewichtige. Deshalb geben Untergewichtige sehr viel Wärme an die Umgebung ab.

Ein gutes Beispiel aus dem Reich der Säugetiere ist die Haselmaus: Sehr große Körperoberfläche pro kg und sehr wenig Unterhautfett. Die Mäuse erhalten ihre Körpertemperatur durch ständiges Futtern oder durch Kuscheln im warmen Nest. Hinzu kommt das isolierende Fell. Ideal ist natürlich Futtern und Kuscheln gleichzeitig – so wie die Mäuse im Brot!

Die AMI 2.0-Formel liefert dazu die Erklärung:

Untergewichtige haben Körperdaten unterhalb des Break-Even-Punkts. Sie brauchen auch in Ruhe mehr Energie aus Lebensmitteln als die Grundumsatzformeln voraussagen. Deshalb können Untergewichtige „essen wie die Scheunendrescher“! Tun sie das nicht, beginnen sie zu frieren.

Aber Vorsicht: Bei länger andauernder Unterversorgung mit Nahrungsenergie nehmen schlanke Typen zu sehr ab! In extremen Fällen schützt sich der Körper gegen Auskühlung durch zunehmenden Haarwuchs auf Armen und Beinen.

Krankhaft untergewichtige Menschen gehören unbedingt in ärztliche Behandlung!

Prinzip Robbe: Warum nehmen Übergewichtige eher zu?

Übergewichtige haben eine geringere spezifische Körperoberfläche (= weniger Oberfläche pro kg) und gleichzeitig mehr Unterhautfett als Untergewichtige. Deshalb geben sie sehr wenig Wärme an die Umgebung ab.

Ein gutes Beispiel aus dem Reich der Säugetiere ist die Robbe: Sehr geringe Körperoberfläche pro kg und sehr viel Unterhautfett. Die Robben halten ihre Körpertemperatur im kalten Wasser oder auf dem Eis durch sehr gute Isolierung (Speckschicht) und die rundliche Körperform aufrecht. Hinzu kommt die fettreiche Ernährung mit Fischen.

Die AMI 2.0-Formel liefert dazu die Erklärung:

Übergewichtige haben Körperdaten oberhalb des sog. Break-Even-Punkts. Sie brauchen auch in Ruhe weniger Energie aus Lebensmitteln als die Grundumsatzformeln voraussagen. Wenn sie „normal“ essen, nehmen sie weiter zu.

Aber Vorsicht: Krankhaft übergewichtige Menschen gehören unbedingt in ärztliche Behandlung!

 

Fragen zum AMI: Wie kann ich dauerhaft abnehmen?

Beim gesunden Menschen entscheidet immer die langfristige Energiebilanz über das Abnehmen. Denn Übergewicht ist die Folge von langfristigem Energieüberschuss. Zu viel Energiezufuhr aus Lebensmitteln bei gleichzeitig zu wenig Wärmeabgabe und zu wenig Bewegung sorgt für die Entstehung von Fettdepots. Übergewicht entsteht zuerst relativ langsam, dann aber immer schneller. Denn irgendwann ist ein „Break Even Point“ erreicht: Ab einem bestimmten Übergewicht geht die Zunahme immer schneller!

Dies erklärt die AMI 2.0-Formel so: Wenn man zunimmt, sinkt die Wärmeabgabe an die Umgebung, weil die spezifische Körperoberfläche kleiner wird und mehr Unterhautfett entsteht, das besser isoliert.

Die nachfolgende Grafik zeigt die wissenschaftliche Begründung:

Erfolgreich abnehmen bedeutet, mittel- und langfristig diese Effekte umzukehren. Wer z. B. 10 kg Übergewicht im Lauf von 10 Jahren aufgebaut hat, kann und sollte nicht innerhalb von drei Monaten ebensoviel abnehmen. Wir empfehlen statt dessen eine maßvoll geringere Energieaufnahme aus Lebensmitteln bei gleichzeitiger Steigerung der sportlichen Aktivitäten, und das über einen längeren Zeitraum, z. B. über ein ganzes Jahr. Die Energiebilanz muss dauerhaft negativ sein, dann klappt´s auch! Ist der „Break Even Point“ nach einiger Zeit wieder unterschritten, kann die Lebensmittelzufuhr wieder langsam gesteigert werden.

Fragen zum AMI: Woher kommt der Jo-Jo-Effekt?

Der Jo-Jo-Effekt: Eine Frau (30 Jahre alt, 1,70 m groß, 80 kg Körpergewicht bei 40 % Fettanteil) nimmt in kurzer Zeit um 10 kg ab. Sie benutzt dazu Nahrungsergänzungsmittel wie z.B. Fettbinder oder Ballaststoffpräparate. Nach diesem Erfolg isst sie wieder „normal“ und nimmt schnell wieder zu.

Die AMI 2.0-Formel liefert die Erklärung:

Mit 70 kg bei 30 % Fettanteil liegt diese Frau noch oberhalb des „Break Even Point„. Wenn sie wieder „normal“ isst und trinkt sowie auf Nahrungsergänzungsmittel (Fettbinder, Ballaststoffpräparate) verzichtet, führt sie mehr Energie zu als sie laut AMI 2.0-Formel benötigt – also nimmt sie wieder zu. Zur Vermeidung empfehlen wir eine langsamere Abnahme z.B. innerhalb eines halben oder ganzen Jahres, bis zur Unterschreitung des „Break-Even-Points“. Erst dann kann die Energieaufnahme durch Lebensmittel wieder maßvoll gesteigert werden.

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